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Ein Masochist(?)

Manchmal lege ich mich auf den Fußboden (obschon ich viel zu erledigen habe), ich zünde mir eine Zigarette an und lege mich einfach hin - den Kopf stütze ich mit meinen Händen ab.
Dann sinne ich über das Gefühl, das ich nicht fühle, nach.
Kennen Sie das, wenn man sich gänzlich tot fühlt; selbstverständlich lebt man, aber zu leben, bedeutet nicht gleich, sich lebendig zu fühlen. Das ist das Gefühl, das ich nicht fühle oder vielleicht doch fühle, aber das Gefühl lautet: sich tot fühlen. Wie kann es sein, dass man sich tot fühlt, obwohl man es gar nicht wirklich ist?
Oft streckt sich dieser Gemütszustand über mehrere Stunden, Tage, manchmal Wochen aus. Es macht sich in meinem Körper breit, wie ein Monster, das gefüttert werden muss und seine Nahrung ist mein Ich. Ich verliere mich, ohne es kontrollieren zu können.
Ich spüre mich nicht mehr, nicht nur, dass ich nicht mehr in der Lage bin, positive Gefühle auszudrücken, nein, mein Körper macht ebenfalls schlapp.
Es fühlt sich einfach nach Nichts an, die Leere, welche gefüllt werden will, aber da ich ja tot bin, kann ich sie nicht füllen.
Um mich nicht weiterhin tot zu fühlen, habe ich Sex. Das »Sich-tot-fühlen« ist eng mit der Einsamkeit verbunden, also suche ich im Internet oder in den nächstliegenden Clubs nach potenziellen Sexpartnern. Ich werde fündig und betäube den Schmerz mit reichlich Alkohol und einem One-Night-Stand.
Wenn ich das getan habe, sieht die Welt schon wieder völlig anders aus, aber noch immer bin ich nicht der, der ich eigentlich sein will.
Das Gefühl befindet sich nämlich auch nach meinem ‚Rettungsversuch‘ in meinem Körper (und meiner Seele?).
Und da der Schmerz, den die Rasierklinge auslöst, wenn ich mich damit verletze, nichts im Vergleich zu dem Schmerz ist, den ich Tag für Tag ertragen muss, entnehme ich dem Medizinschrank in der Latrine eben diese (eine Rasierklinge) und verwunde meinen Körper damit.
Jetzt geht es mir besser, vermutlich bin ich etwas masochistisch veranlagt, vielleicht aber auch nicht, da mir das Schneiden keine echten Schmerzen bereitet.
Jedenfalls, der Tag ist jetzt vorbei und ich liege schon lange nicht mehr auf dem Fußboden und tot fühle ich mich auch nicht mehr.
Das ist lustig, denn ich vermisse dieses Gefühl jetzt schon.

Turan Glueck

21.10.12 17:21


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Ich verstehe es doch selbst nicht (Gedicht)

Verborgen irgendwo in der Hülle der Lebhaftigkeit
Gefangen im Gefühl, das dem Tode gleicht
Die Sehnsucht nach unfassbarer Sinnlichkeit
Das Verlorene in mir, ich sehe, wie es mir entweicht

Es ist der Tod, der mich zu holen vermag
Wie das Meer, das gewaltig und still zeitgleich
Von Tag zu Tag nimmt es mich in Beschlag
Ich schrei, ich will hier sein todesbleich

Ich sehne mich nach bodenständigem Leben
Will fort aus dieser verdammten Sprunghaftigkeit
Doch irgendwo würde ich mich gerne abheben
Zweifel kommen auf, sie kommt zurück - die Ängstlichkeit

Diese Nähe, sie tötet mich innerlich
Dabei will ich sie, bevor sie mir entweicht
Doch ich will frei sein und abenteuerlich
Ich verstehe es doch selbst nicht

Turan Glueck, 15.01.2012 in Dortmund

21.10.12 16:42


Ein netter Kerl (Kurzgeschichte)

Ich sitze auf meinem Lieblingssessel und schaue aus dem Fenster.
Ich beobachte, wie ein Fußball von den Nachbarskindern quer durch die Gossen geschossen wird.
Sie spielen auf der Straße. Diese Vagabunden werden ohne Verantwortung erzogen.
Ich meine, was wäre, wenn ihnen etwas zustieße? Und wenn sie überfahren würden?
Was für Eltern sie doch haben müssen - lassen ihre Kinder tun und lassen, wonach ihnen zumute ist.
Alles nur Nichtsnutze. Nichts weiter.
Ich sehe, wie im Nachbarshaus ein Mädchen misshandelt wird.
Ich kann nicht viel erkennen, es ist zu düster.
Wieso hält er seine perversen Triebe nicht unter Kontrolle? Und wenn er über die Misshandlung hinausginge?
Alles nur Nichtsnutze. Nichts weiter.
Ich bemerke, wie in ein benachbartes Gebäude eingebrochen wird.
Weshalb wird nicht für unsere Sicherheit gesorgt? Und wenn sie bei einer hilflosen Dame einbrächen?
Alles nur Nichtsnutze. Nichts weiter.
Jetzt steht mein Nachbar vor mir, sein Name ist mir nicht geläufig, er führt seinen Hund aus. Seinen Hund kann er pflegen, aber dem Mädchen zur Hilfe eilen, das wäre zu viel verlangt.
Alles nur Nichtsnutze. Nichts weiter.

Turan Glueck, 14.10.2009 in Dortmund

21.10.12 14:58





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